Gesundes Körpergewicht

Schlank heißt nicht immer auch gesund

Lange Zeit wurde die Gesundheit eines Menschen hauptsächlich über das Körpergewicht und den Body-Mass-Index bewertet. Warum dieser Zugang nur bedingt berechtigt ist und anhand welcher Komponenten die Gesundheit viel besser beurteilt werden kann, erklärt Dr. Maximilian Schubert, ärztlicher Leiter des VIVAMAYR Health Resorts Altaussee.

BMI und die Suche nach Erklärungen

Gäbe es ein Maß, die Gesundheit eines Menschen plausibel und individuell zu ermitteln, würde das zwar Diagnostik und Therapie im Allgemeinen erheblich erleichtern, aber eines würde dabei auf keinen Fall berücksichtigt werden: die Individualität des Menschen. Während gewisse Dinge auf jeden Menschen zutreffen, wie beispielsweise das Faktum, dass die Finger- und Fußnägel eines jeden Menschen von Natur aus farblos beziehungsweise der Hautfarbe ähnlich sind, treffen die meisten Aspekte nicht auf jeden Menschen zu hundert Prozent zu. Denn jeder Mensch ist in seiner Individualität einzigartig, gleichsam wie der Fingerabdruck bei jedem Menschen unterschiedlich ist. So würde auch kein jemals entwickeltes Maß zu hundert Prozent allen Menschen gerecht werden, um bestimmte Parameter zu messen. So ist das zum Beispiel auch beim BMI – dem Body-Mass-Index.

Die Messgröße wurde vom belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet (1796 bis 1874) aus dem Grund erfunden, weil er eine mathematische Beschreibung des „Normalen“ entwickeln wollte. Seine Formel, auch als Quetelet-Index bekannt, setzte Gewicht und Größe eines Erwachsenen in Relation, jedoch ohne Berücksichtigung der Körperzusammensetzung, des Geschlechts oder Alters. Erst im Jahr 1972 kam der amerikanische Physiologe Ancel Keys auf die Formel zurück, benannte sie „Body-Mass-Index“ und setzte sie als Maßstab zur Ermittlung von Übergewicht ein, wofür die Formel seitdem verwendet wird. Mittlerweile gibt es zwar gesonderte Richtwerte für Männer und Frauen, jedoch ein valides Ergebnis liefert er nach wie vor nicht. Die Körperzusammensetzung und auch das Alter werden weiterhin nicht berücksichtigt.[1]

Die Körperzusammensetzung als Maß für die Gesundheit

Eine Messgröße für die Gesundheit gibt es derzeit einfach nicht“, fasst Dr. Maximilian Schubert, medizinischer Leiter des VIVAMAYR Health Resorts Altaussee, zusammen. „Was hingegen viel aussagekräftiger ist, ist die Balance zwischen Muskelmasse, Fett und Wasser. Dabei sind konkrete Werte unwichtig. Viel wichtiger ist das Verhältnis dieser drei Parameter. Der Wasseranteil sollte mit 40 bis 60 Prozent den größten Anteil ausmachen, der Muskelanteil sich bei 30 bis 40 Prozent befinden und der Rest Fettmasse sein. „Das sind aber lediglich grobe Richtwerte, die sich individuell betrachtet wiederum sehr unterscheiden können“, relativiert der Gesundheitsexperte.

Methoden zur Messung der Körperzusammensetzung gibt es viele. Eine ideale Messung sollte nüchtern erfolgen. Manche Geräte erlauben eine letzte Mahlzeit vier bis fünf Stunden vor der Messung, bei anderen ist eine Nahrungskarenz von 12 Stunden einzuhalten.„Ganz gleich, welche Methode zur Messung der Körperzusammensetzung auch gewählt wird, wichtig ist eine Vergleichsmessung mit demselben Messgerät optimalerweise drei bis sechs Monate später – oder auch jährlich wiederkehrend“, erklärt Dr. Schubert.

Ist der Körperfettanteil zu hoch, ist es notwendig herauszufinden, wo die Ursachen dafür liegen. Ein zu viel an Nahrung ist das eine, aber ein Mangel an Mikronährstoffen oder eine emotionale Unausgeglichenheit können auf der anderen Seite der Grund für übermäßiges Gewicht oder gesundheitliche Beschwerden sein. Bei VIVAMAYR werden unterschiedliche Methoden, wie zum Beispiel die Funktionelle Myodiagnostik sowie Blutuntersuchungen zur Überprüfung von Mikronährstoffversorgung und Hormonbalance, eingesetzt, um die Ursachen eines Ungleichgewichts der Körperzusammensetzung herauszufinden.

Wohlgefühl als größte Tücke der Gesundheit

Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Körper, ist das für Ihre psychische Gesundheit zwar definitiv von Vorteil, sagt jedoch über Ihren körperlichen Gesundheitszustand nichts aus. „Wohlfühlen ist die größte Tücke für die körperliche Gesundheit, denn darauf ruhen wir uns am längsten aus“, merkt Dr. Schubert an und nennt im selben Atemzug etwa Diabetes, „der sich so leise anschleicht, dass man ihn mitunter erst bemerkt, wenn es fast schon zu spät ist. Außerdem verfügt der Mensch grundsätzlich über einen sehr starken Intellekt, mit dem er sich so einiges Schönreden kann“, gibt der Arzt zu bedenken.

Denn ein Wohlgefühl im eigenen Körper könne zwar in der Tat bedeuten, dass jemand auch wirklich gesund ist, jedoch kann es auch nur die halbe Wahrheit sein. „Nur weil jemand sagt, es geht ihm gut, heißt das noch lange nicht, dass er auch wirklich körperlich und geistig gesund ist. Um herauszufinden, wie es jemandem wirklich geht, ist ein gewisses Fingerspitzengefühl notwendig“, weist Dr. Schubert auf den engen Zusammenhang zwischen Körper und Psyche hin. Denn eine positive Lebenseinstellung kann auch maßgeblich an der körperlichen Gesundheit eines Menschen beteiligt sein. „Sie können das eine nicht vom anderen trennen. Der Körper kann zwar noch top funktionieren, aber psychisch kann man schon sehr beeinträchtigt sein. Auf längere Sicht wirkt sich ein psychisches Problem letztlich immer auch auf den Körper aus und umgekehrt“, betont Dr. Schubert die ganzheitliche Sichtweise. Daher ist es so wichtig, Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Körperliche und seelische Balance als Gradmesser für die Gesundheit

Das Gewicht und der Body-Mass-Index können zwar gute Parameter dafür sein, um ein gewisses Ziel zu definieren, beispielsweise beim Abnehmen. Bezogen auf die Gesundheit haben sie jedoch keine große Aussagekraft. Wäre dem so, würde jeder Kraftsportler als übergewichtig gelten, wobei bei ihm eigentlich nur eine Verschiebung des Verhältnisses zwischen Muskeln und Fett zugunsten der Muskulatur vorliegt. Gesundheitlich beeinträchtigt aufgrund von zu viel Fettmasse ist er aber auf keinen Fall.

Um die Gesundheit eines Menschen realistisch beurteilen zu können, ist es viel aufschlussreicher, die Zusammensetzung des Körpers hinsichtlich Wasser, Fett und Muskeln zu analysieren. Gepaart mit der psychischen Verfassung beziehungsweise Lebenseinstellung eines Menschen, können infolgedessen viel bessere Rückschlüsse auf die tatsächliche individuelle Gesundheit gezogen werden.

„Nicht zu vernachlässigen ist in diesem Zusammenhang natürlich auch die Bewegungskomponente, also wie viel sich jemand bewegt und ob er sogar gezielt Sport betreibt oder nicht“, vervollständigt Dr. Schubert das Konstrukt der Gesundheit.

Ganz gleich, für welches medizinische Programm Sie sich bei VIVAMAYR auch entscheiden, wir arbeiten stets ganzheitlich und stimmen die Therapie immer individuell auf Gesundwerdung beziehungsweise Gesunderhaltung ab. Tipps, um die gesundheitsfördernden Maßnahmen im Alltag auch langfristig umzusetzen, gibt es von den VIVAMAYR-Experten obendrein. Fragen Sie unverbindlich bei uns an, wir beraten Sie gerne!

Quellen

Body-Mass-Index (BMI) – Definition, Formel & Aussagekraft,  https://www.gesundheitswissen.de/ernaehrung/bmi-body-mass-index/, Abfrage vom 16.3.2021, 16:16 Uhr

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